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Ankündigung: „Unwriting Nature“ erscheint im Dezember

Lange war es hier recht still – aber in der Stille ist ein neues Buch entstanden, und ich freue mich sehr, den Band nun ankündigen zu können: „Unwriting Nature. Zur Kritik der ökologischen Gewalt“ erscheint im Dezember im transcript-Verlag. Der Band befasst sich kritisch mit den „Neuen Ökologien“ und untersucht deren tierethische Implikationen: Auch wenn die „Neuen Ökologien“ auf den ersten Blick große Nähen zur Tierethik und zur Tierrechtstheorie aufweisen, fällt bei genauerem Hinsehen trotzdem auf, dass diese Theorien auf dem „tierethischen Auge“ meistens blind sind – sie fordern zwar großzügig wirkende Rechte für Flüsse, Berge und Pflanzen, lassen die moralischen Ansprüche von Tieren aber zumeist außen vor. Eben diese Abbruchkante untersucht der Band.

Der Verlag hat ein kleines Interview zu dem Band veröffentlicht:

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Anthropozän ist auch eine Krise des Menschenbildes – der Anthropozentrismus kommt an sein Ende. Welches Konzept ihn ablöst, ist hingegen noch offen: Sind ›biozentrische‹ oder ›ökozentrische‹ Ansätze die Lösung? Viele Stimmen sehen dies so. Die Texte meines Buches sind da skeptischer, weil sie die Folgen dieser Neuansätze für tierethische Probleme in den Blick nehmen und feststellen: Auch die ›grünen‹ Neuansätze sind ungebrochen ›rot‹, also gewaltaffirmierend, sobald es um Tiere geht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch blickt kritisch auf die Euphorie, die die ›Neuen Ökologien‹ nicht nur, aber auch in den Theologien erfahren: Mit der größten Emphase werden dort Rechte für Pflanzen, Flüsse und Berge gefordert, mit Tierrechten allerdings halten sich diese Ansätze auffallend zurück – und diese Zurückhaltung, so scheint mir, hat System.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den laufenden Diskussionen kann man beobachten, dass ›biozentrische‹ oder ›ökozentrische‹ Ansätze, die also das Leben als solches zur entscheidenden moralischen Größe erklären, als das Gegenteil des Anthropozentrismus begriffen werden. Mein Buch stellt diese Annahme infrage: Einiges scheint dafür zu sprechen, dass bio- und ökozentrische Perspektiven nur eine moderne Version des Anthropozentrismus darstellen und die ökologischen Probleme daher schlimmstenfalls verschärfen, statt sie zu lösen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sensibel geblieben sind für die moralischen Ansprüche von Tieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ökologische Gleich-Gültigkeit produziert moralische Gleichgültigkeit.

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