Vom Verblühen und den gelegentlichen Vorzügen der Pflanzen vor den Tieren

Vor dem Regen heute wurden noch schnell einige der letzten Blüten unserer Wildwiese gepflückt. In diesem Jahr hatten wir lediglich einen schmalen Streifen Wiese gepflanzt, der aber üppig geblüht hat und z.T. noch immer blüht. Für das nächste Jahr haben wir uns vorgenommen, dieses Stück Wildwiese noch auszuweiten (und es vielleicht besser einzuzäunen, da unsere Hunde wenig Feingefühl besitzen und gerne mal einfach über die Pflanzen hinweg rennen). Außerdem: Einige Zwiebelsamen getrocknet; einige Blüten und ein paar Eukalyptusblätter gingen an eine Nachbarin, zum aufkochen & inhalieren.

 

In der Nähe der Wiese haben wir dann die Schildkröte gefunden, die wir vor etwa zwei Monaten erst im Teich, dann in einer der Hecken gesehen haben. Damals folgten einige Telefonate mit NABU, befreundeten Biologen, dem Tierheim und sogar einer örtlichen Behörde. Quintessenz war: Das Tier soll an Ort und Stelle bleiben. Es war eine noch junge europäische Sumpfschildkröte. Jetzt ist sie tot, wahrscheinlich von einem anderen Wildtier umgebracht. Björn hat sie nun begraben. Und weil das noch nicht reichte, haben unsere beiden Katzen gestern noch eine Blaumeise zur Strecke gebracht, die sich in unseren Wintergarten verirrt hatte. Der Vogel hatte keine Chance, und ich auch nicht, als ich die Katzen, eine davon mit der Meise im Maul, durch die Wohnung verfolgte. Wie unschuldig ist dagegen doch noch die kleinste Blumenwiese, selbst im verblühten Zustand. Pflanzen sterben meist so viel hoffnungsvoller als Tiere.

Wenn sie es denn überhaupt tun: Gerade über die heißen Tage habe ich immer wieder die Hartnäckigkeit und Widerstandsfähigkeit der Wildblumen bewundert. Selbst der ansonsten recht toughe Lavendel ließ die Blüten hängen, nicht so die Wildblumen. Sechs Tannen in unserem Garten haben die Hitze nicht überstanden, in all der Trauer darüber half dann ein gelegentlicher Blick zur Mini-Wildblumenwiese. Naja, wie las ich einmal bei Andreas Weber: Eine Wiese ist nur Wiese, weil sie sich beständig verändert – und so hieß es auch heute: Ernten, Blütensamen einsammeln, trockene Triebe und Blüten abschneiden. Und: Die Planung für das kommende Frühlingsbeet in Angriff nehmen.

 

 

 

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