Nature Writing

Was fehlt, wenn uns die Tiere fehlen?

Ein Gedankenexperiment. Angenommen, wir ersetzen alle Tiere dieser Welt durch Maschinen. Kleinstlebewesen werden zu winzigen Robotern, die im Vergleich mit ihren realen Vorbildern vollkommen identische Funktionen erfüllen. Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine, die ihr Leben bislang in engen Ställen verbringen mussten, um irgendwann geschlachtet werden, werden zu maschinellen Fleischlieferanten. Durch die Lüfte fliegen keine Vögel, sondern gleichermaßen grazile Flugroboter. Tierärzte untersuchen fortan die ausgeklügelte, aber manchmal noch fehlerhafte Mechanik künstlicher Katzen und Hunde. Das Summen der Bienen und das Zirpen der Heuschrecken in den Sommerwiesen erschallt aus winzigen Lautsprechern, die an ihren mechanischen Körpern angebracht sind. Der Abendspaziergang mit dem freudig umherspringenden Hund – der Nachbar besitzt ein etwas kleineres Modell aus der gleichen Herstellung – ist der Abschluss des Tages für gestresste Großstädter. Die Tiere pflanzen sich selbst fort, sie leben ihre künstlichen Leben ganz genau so wie ihre realen Vorbilder. Alles ist wie immer. Oder doch nicht? Was würde uns fehlen?

In den letzten zwölf Monaten habe ich an meinem neuen Buch gearbeitet – viel von dem, was im Vorgängerband „Alles, was atmet“ nicht mehr unterkommen konnte, aber auch einige ganz andere und neue Gedanken haben hier nun endlich einen Ort gefunden. Anders als im Vorgängerband steht hier eine theologische Spurensuche nach der Bedeutung der (anderen) Tiere für uns auf dem Programm, allerdings auch eine wesentlich stärkere Kritik unserer anthropozentrischen theologischen Traditionen. Im August erscheint der Band nun im Pustet-Verlag, dem ich einmal mehr für die großartige Begleitung, das schöne Cover und das hervorragende Lektorat danke.

Zudem arbeite ich gerade an zwei Sammelbänden, die beide im transcript-Verlag erscheinen werden – einmal geht es hier um ein Kompendium der Tierschutzbildung, das unter dem Arbeitstitel „INTERSPEZIES LERNEN – Grundlinien interdisziplinärer Tierschutz- und Tierrechtsbildung“ firmiert, während der zweite Sammelband bereits vom Verlag angekündigt ist:

Wie immer ist auch bei diesen Projekten die Zeit zwischen der Abgabe des Manuskripts und dem Erscheinen der gedruckten Bände sehr „adventlich“, ich jedenfalls freue mich schon sehr auf den August.

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